Die Silbergasse: Wo das Geld in Bozen zu Hause war
Die Silbergasse (italienisch: Via Argentieri) ist die elegante, etwas ruhigere Parallelstraße zur Laubengasse und gehört zu den geschichtsträchtigsten Ecken der Bozner Altstadt. Während die Lauben das kommerzielle Zentrum sind, spürst du in der Silbergasse noch deutlich das Flair der alten Aristokratie und des gehobenen Handels. Sie ist eine der ältesten Straßen Bozens. Das Besondere an ihr ist der leicht geschwungene Straßenzug, der mit seiner repräsentativen Häuserfront im Grunde die Hinterseite der Laubengasse bildet. Während in den Lauben die Waren über den Tresen gingen, saßen hier die Geldwechsler, Bankiers und Großhändler.
Der Name leitet sich vom sogenannten „Silberhaus“ ab, einem markanten Gebäude an der Ecke zum Kornplatz. Warum dieses Haus so hieß, ist bis heute ein kleines historisches Rätsel. Die Gasse ist das Scharnier der Stadtgeschichte: Am Westende mündet sie direkt auf den südlichen Abschnitt des Obstplatzes, während sie am östlichen Ende fließend in den historischen Kornplatz aufgeht.
Das Merkantilmuseum: Ein barocker Wirtschaftspalast
Die größte Sehenswürdigkeit der Silbergasse ist das Merkantilmuseum, das im beeindruckenden Merkantilgebäude untergebracht ist. Es wurde zwischen 1708 und 1727 erbaut und war einst der Sitz des Merkantilmagistrats, einer Art Handelsgericht, das Streitigkeiten zwischen Kaufleuten schlichtete. Wenn du den Ehrensaal betrittst, fühlst du dich wie in einem kleinen Versailles mitten in den Alpen. Die Originalmöbel und die riesigen Gemälde erzählen von einer Zeit, als Bozen eine der wichtigsten Messestädte Europas war. Besonders spannend ist, dass das Gebäude zwei Gesichter hat: einen repräsentativen Eingang in der Silbergasse 6 und einen zweiten unter den Lauben 39. Es verbindet also seit Jahrhunderten die Welt des Geldes mit der Welt der Waren.
Das Troilohaus und die Kunst der Renaissance
Gleich in der Nachbarschaft triffst du auf das Troilohaus, das um 1603 erbaut wurde. Du erkennst es sofort an seinem markanten, winkelförmigen Turmerker, der fast wie ein kleiner Wachturm über die Gasse ragt. Es ist eines der wenigen Renaissance-Gebäude der Stadt, die fast unverändert erhalten geblieben sind. Nur ein paar Schritte weiter, in der Silbergasse 10, wartet mit dem Museum Eccel Kreuzer ein weiteres Juwel auf dich. In diesem herrschaftlichen Haus ist eine riesige private Kunstsammlung mit über 1.500 Werken untergebracht, die vor allem die Kunst des 20. Jahrhunderts aus der Region feiert. Es ist der perfekte Ort, um kurz innezuhalten und die regionale Kunstgeschichte auf sich wirken zu lassen.
Aperitivo-Kultur und Gassen-Flair
Während die Silbergasse tagsüber eher vornehm und beschaulich wirkt, erwacht sie am späten Nachmittag so richtig zum Leben. Hier findest du einige der coolsten Bars und Vinotheken der Stadt. Von der Silbergasse führen kleine schmale Zugänge in Hinterhöfe. Hier findest du eine sehr gemütliche italienische Atmosphäre, die deutlich weniger touristisch ist als am Waltherplatz. Die Bozner treffen sich hier nach der Arbeit auf einen Veneziano oder ein Glas Lagrein.
Wo ist die Silbergasse in Bozen?
Bilder Silbergasse





Meine persönlichen Tipps für dich:
Nutze die schmalen Durchgänge, die von der Silbergasse zurück in die Lauben führen. In diesen engen Gassen erlebst du den typischen Aufbau der alten Handelshäuser mit ihren versteckten Innenhöfen und Lichtschächten hautnah. Soll ich dir jetzt verraten, was dich in den weltberühmten Bozner Lauben erwartet – oder zieht es dich direkt weiter zum bunten Treiben am Obstmarkt? – Ansonsten kannst du hier mehr über die Altstadt Bozen erfahren.

