Das Dominikanerkloster Bozen und die Dominikanerkirche
Das Dominikanerkloster am Dominikanerplatz ist einer der kunsthistorisch wertvollsten Orte in der Altstadt Bozen. Es gilt als die Wiege der Gotik in der Stadt und beherbergt Schätze, die ihm den Beinamen „das kleine Padua des Nordens“ eingebracht haben.
Die Dominikaner ließen sich bereits im 13. Jahrhundert in Bozen nieder. Die dazugehörige Kirche ist ein schönes Beispiel für die Bettelsordensarchitektur: schlicht von außen, aber im Inneren gefüllt mit künstlerischen Meisterwerken. Besonders markant ist das weitläufige Langhaus, das nach den Zerstörungen im Zweiten Weltkrieg liebevoll restauriert wurde. Heute ist das Kloster nicht nur ein religiöser Ort, sondern durch das angrenzende Konservatorium „Claudio Monteverdi“ auch ein Zentrum der Musik.
Die Johanneskapelle: Ein Meilenstein der Kunstgeschichte
Sehr sehenswert ist die Johanneskapelle (italienisch: Cappella San Giovanni). Sie ist eine schmale, hohe Kapelle, die komplett mit Fresken der Giotto-Schule aus dem 14. Jahrhundert ausgekleidet ist. Diese Wandmalereien gehören zu den bedeutendsten Beispielen für den italienischen Einfluss auf die Kunst im Alpenraum. Du findest dort detailreiche Darstellungen aus dem Leben des Heiligen Johannes und der Maria. Die Lebendigkeit und Tiefe dieser Malereien waren für die damalige Zeit revolutionär und ziehen heute Kunstliebhaber aus der ganzen Welt an.
Der Kreuzgang und die Kapelle der heiligen Katharina
Ebenso sehenswert ist der gotische Kreuzgang des Klosters. Er strahlt eine tiefe Ruhe aus und bewahrt Fresken aus verschiedenen Epochen, vor allem aus dem 14. und 15. Jahrhundert. Ein besonderer Ort innerhalb des Kreuzgangs ist die Katharinakapelle, in der ebenfalls bedeutende Wandmalereien aus der Zeit um 1400 zu bewundern sind. Diese Fresken zeigen den Übergang von der strengen Gotik hin zu weicheren, erzählerischen Formen.
Achtung: Der Zugang zum Kreuzgang ist von April bis Oktober nur am Samstagvormittag von 10:00 bis 12:00 Uhr für die Öffentlichkeit möglich. Im Winter ist komplett geschlossen. Alternativ kannst du den Kreuzgang im Franziskanerkloster Bozen besichtigen – hier kommst du leichter hinein.
Wie wird das Dominikanerkloster in Bozen heute genutzt?
Heute ist das Areal des Dominikanerklosters eng mit dem kulturellen Leben Bozens verknüpft. Im ehemaligen Klostergebäude ist das Konservatorium untergebracht, und im prächtigen Sitzungssaal sowie in der Kirche finden regelmäßig hochkarätige Konzerte statt – unter anderem im Rahmen des berühmten Busoni-Klavierwettbewerbs. Wenn du Glück hast, hörst du bei deinem Besuch im Kreuzgang die Musikschüler im Hintergrund üben, was der historischen Stille eine ganz moderne, lebendige Note verleiht.
Wo ist das Dominikanerkloster Bozen?
Bilder Dominikanerkloster Bozen




Mein persönlicher Rat für dich:
Nimm dir für die Johanneskapelle Zeit und bring eventuell ein kleines Fernglas mit, um die Details der oberen Freskenzyklen genau betrachten zu können. Das Licht in der Kapelle ist mystisch und verstärkt die Wirkung der Farben. Der Dominikanerplatz selbst ist zudem ein wunderbarer Ort, um nach der Besichtigung in einem der Cafés am nahe gelegenen Waltherplatz die moderne Seite Bozens auf sich wirken zu lassen – auf dem Weg dorthin kommst du direkt am Bozner Dom Maria Himmelfahrt vorbei. –> das ist wissenswert über den Dom von Bozen

