Warum du die Laubengasse Bozen besuchen solltest
Die Laubengasse Bozen mit den Bozner Lauben (italienisch: Via dei Portici) ist die schönste Gasse der Altstadt und die bestbesuchte Einkaufsstraße in Südtirol. Seit ihrer Gründung im 12. Jahrhundert durch die Bischöfe von Trient dienen sie als das zentrale Handelszentrum der Stadt.
Wenn du durch die Laubengasse schlenderst, läufst du durch über 800 Jahre Handelsgeschichte. Mit einer Länge von rund 300 Metern zieht sie sich schnurgerade durch die Altstadt. Sie verbinden den Kornplatz mit dem Obstmarkt. Die Lauben sind das erste Mal im Jahr 1180 urkundlich erwähnt worden und waren anfangs nur als Marktsiedlung geplant.
Letztlich hat sich die Laubengasse so gut entwickelt, dass sie die frühere Siedlung von Bozen in den Schatten stellte und sich daraus die heutige Altstadt Bozen entwickelte. Heute ist die Laubengasse die berühmteste Gasse von Bozen. Achte unbedingt auf die wunderschönen gotischen Rundbögen. Die meisten Besucher kommen zum Shoppen. Für mich ist sie aber nicht nur eine Shoppingmeile – sie ist eine richtige Sehenswürdigkeit und ein echtes Erlebnis, bei dem du die Mischung aus Südtiroler Gemütlichkeit und italienischem Schick spürst.
Die Gasse wurde damals so schmal gebaut, dass die Sonne es kaum bis nach unten schafft. Das ist besonders im Hochsommer ein riesiger Segen, denn unter den Arkaden bleibt es immer angenehm kühl. Du spazierst völlig wettergeschützt, egal ob draußen die Sonne brennt oder es mal regnet. Hier bummelt man traditionell „trockenen Fußes“, was die Lauben schon im Mittelalter zum begehrtesten Handelsplatz der Alpen machte.
Mittelalterlicher Charme: Warum der Blick hinter die Fassaden lohnt
Die Häuserfronten, die du rund um die Arkaden siehst, sind nur die Spitze des Eisbergs: Die Laubenhäuser sind extrem schmal, gehen aber hinter den Fassaden bis zu 50 Meter tief in den Häuserblock hinein. Früher waren diese Gebäude Multifunktions-Wunder: Vorne unter den Bögen war der Verkaufsladen, dahinter die Schreibstube, in der Mitte ein offener Lichtschacht für Tageslicht und frische Luft. Im hintersten Teil lagen damals Gärten oder Ställe. In ersten Stock der Lauben wohnte die Kaufmannsfamilie. Wenn du heute durch eines der vielen Geschäfte gehst, achte mal auf die Decken – oft entdeckst du wunderschöne gotische Gewölbe oder barocken Stuck, der über den modernen Regalen thront.
Unterirdische Welten und riesige Keller der Bozner Lauben
Was viele Besucher gar nicht wissen: Die Laubenhäuser besitzen Kellergewölbe, die bis zu vier Stockwerke tief in die Erde ragen. Sie erstrecken sich sogar direkt unter die Laubengasse. Früher waren das die riesigen natürlichen „Kühlschränke“ der Stadt für Wein, Getreide oder Fleisch. Während der großen Bozner Messen mieteten sogar die berühmten Fugger aus Augsburg, diese Keller als Warenlager an. Es ist ein echtes Meisterwerk, das du beim Drüberlaufen kaum erahnen kannst.
Die Ritsch sorgte für die Wasserversorung der Altstadt Bozen
Wenn du beim Gehen genau auf das Pflaster achtest, entdeckst du eine Rinne, die sich durch die Gasse zieht. Darunter fließt die sogenannte Ritsch. Dieser künstlich angelegte Wasserlauf war früher überlebenswichtig: Er versorgte die Leute mit Nutzwasser, half beim Putzen der Gasse und war die wichtigste Rettung, wenn es mal brannte. Heute fließt sie unsichtbar unter deinen Füßen.
Prachtvolle Erker der Bozner Lauben und historische Hauszeichen
Schau beim Bummeln unbedingt auch mal nach oben. Die prächtigen Fassaden und Erker verraten dir viel darüber, wie reich die Kaufleute früher waren. Diese Erker waren damals nicht nur Deko – sie dienten den Bewohnern dazu, gemütlich die Gasse hoch und runter zu schauen, ohne ein Fenster öffnen zu müssen. Ein bisschen wie das „Fernsehen“ des Mittelalters. Auch die alten Hauszeichen und Fresken sind extrem spannend, da sie früher als Orientierungshilfe dienten, lange bevor es Hausnummern gab.
Ein Shopping-Erlebnis seit achthundert Jahren
Das Beste an den Bozner Lauben sind die Arkadengänge an sich. Wenn du in ein Geschäft gehst, solltest du unbedingt mal ganz nach hinten durchlaufen. Dort verstecken sich oft wunderschöne, begrünte Innenhöfe oder uralte Wendeltreppen, die du von der Straße aus niemals vermuten würdest. Die Laubengasse ermöglicht dir das Flanieren und Einkaufen bei absolut jedem Wetter. Man kann wirklich sagen, dass du dich hier in einem Outdoor-Einkaufszentrum befindest, das schon über 800 Jahre alt ist. Von feinstem Südtiroler Speck bis hin zu exklusiver italienischer Designermode findest du hier alles, was dein Herz begehrt – und das in einer Kulisse, die ihre mittelalterliche Seele nie verloren hat.
–> Bozen Laubengasse Geschäfte
Karte Laubengasse Bozen
Bilder Laubengasse Bozen







Persönliche Tipps
Ein echter Insider-Tipp, um das „echte“ Bozen zu spüren, sind die schmalen Durchgänge, die von den Lauben nach Norden zur Dr.-Streiter-Gasse oder nach Süden zur Silbergasse führen. Diese extrem schmalen Durchgänge liegen etwas versteckt. Schau dir mal den Durchgang beim Alten Rathaus oder das sogenannte „Steglein“ an. Hier erlebst du die mittelalterliche Schönheit Bozens mit versteckten Innenhöfen. Hier findest du noch mehr Tipps für deinen Besuch der Altstadt Bozen
Häufige Fragen über die Bozner Lauben
Die Lauben entstanden im ausgehenden 12. Jahrhundert. Sie wurden von den Bischöfen von Trient als Marktstraße angelegt.
Die Grundstücke waren sehr wertvoll und knapp bemessen, um möglichst viele Händler anzusiedeln und ein großes Angebot an Waren zu haben.
Nein, ursprünglich waren sie aus Holz. Nach einem verheerenden Stadtbrand im Jahr 1224, bei dem 150 Menschen starben, wurden sie durch die heute charakteristischen Mauergewölbe ersetzt.
Im 13. Jahrhundert bezeichnete man die nördliche Seite als „welsche“ (italienische) und die südliche als „deutsche“ Lauben. Dies lag daran, dass die Kaufleute aus dem Süden bevorzugt die nördlichen Gewölbe für ihre Handelsmessen mieteten.
Die Gasse durchschneidet die Altstadt von Osten nach Westen. Sie beginnt am Rathausplatz und endet am Obstmarkt.
Tatsächlich sah der Bauleitplan von 1934 vor, die gesamte nördliche Laubenzeile abzureißen, um sie durch moderne „italienische“ Architektur zu ersetzen. Nur der Kriegsausbruch verhinderte diesen massiven Eingriff in das mittelalterliche Stadtbild.
Ja, während sich in den Erdgeschossen moderne Geschäfte befinden, werden die oberen Stockwerke nach wie vor als Wohnungen genutzt. Die Fenster zur Gasse hin galten früher als die „Schauseite“ des Stadtpatriziats.
Ja, auf jeden Fall. Es ist der meistfrequentierte Teil der Bozner Fußgängerzone – ähnlich wie die Ramblas in Barcelona oder der Platz rund um das Brandenburger Tor in Berlin
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